Errorless Learning

Die Rolle erhöhter Fehlersensitivität bei der Minimierung der Lese- und Rechtschreibstörung (LRS)

Das Ziel der ersten beiden Projektphasen bis Ende 2016 war die Untersuchung des Einflusses verminderter Fehlschreibungen auf die Rechtschreib- und Leseleistung von Wörtern bei LRS-Kindern im Grundschulalter sowie die Erhöhung ihrer Fehlersensitivität. Das Gesamtvorhaben bestand aus zwei Teilprojekten (A & B).

Schwerpunkt des Teilprojekts A war die Untersuchung der trainingsabhängigen Entwicklung neuraler Grundlagen von Fehlersensitivität bei der Verarbeitung von Rechtschreibfehlern mit Hilfe ereigniskorrelierter Hirnpotentiale. Dieses Projekt wurde unter Leitung von Prof. Dr. Thomas F. Münte am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Klinik für Neurologie in Lübeck, durchgeführt.

Ziel des Teilprojektes B bestand in der Entwicklung eines Tablet-basierten Rechtschreibprogramms mit handschriftlicher Eingabemöglichkeit. Dieses Projekt wurde unter Leitung von Prof. Dr. Alfred O. Effenberg an der Leibniz Universität Hannover, Institut für Sportwissenschaft, durchgeführt.

Grundlage des Trainings war die zeitnahe Rückmeldung über die Korrektheit handschriftlich geschriebener Wörter, um der Etablierung und Festigung fehlerhafter Gedächtnisrepräsentationen entgegenzuwirken. Die Tablet-basierte Übungsmethode wurde auf Anwendbarkeit und Effektivität getestet. Hierfür haben 21 Kinder der zweiten bis Anfang fünften Klasse mit Lese- und Rechtschreibstörung über vier Wochen vier Mal wöchentlich für je 20 Minuten zu Hause selbstständig mit dem Tablet geübt. Geübt wurde in zwei verschiedenen Modi (Unterschied im Zeitpunkt des Feedbacks) mittels eines Wortdiktats mit zumeist visueller Unterstützung.

Zum Abschluss der zweiten Projektphase existiert das Basisprogramm eines Tablet-basierten Rechtschreibtrainings zur zeitnahen Fehlerrückmeldung mit handschriftlicher Eingabemöglichkeit. Es bietet eine einfache, kindgerechte Struktur mit hoher Wirksamkeit bei sehr geringen Kosten. Damit eröffnen sich zukünftig vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der Schule, insbesondere bei heterogenen – inklusiven – Lerngruppen wie auch in der LRS-Therapie.

Derzeit wird das Programm in einer erweiterten Projektphase optimiert und weiterentwickelt. Um die Übungsmöglichkeiten zu erweitern, soll eine Einbettung der diktierten Wörter in Satzkontexte ergänzt werden. Darüber hinausgehend wird an einer Erhöhung der System-Stabilität und einer Verbesserung der Schrifterkennung gearbeitet, ergänzt durch eine Implementierung erster Analysefunktionen für die Auswertung der erfassten Übungsdaten.

Das Gesamtvorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und ist der Forschungsinitiative „Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten“ im Kontext des BMBF-Rahmenprogramms zur Förderung der Empirischen Bildungsforschung zugeordnet.

Für weitere Informationen können Sie sich gerne an die Projektmitarbeiterin Frau Dr. Nicole Mühlpforte wenden
Kontakt
Dr. Nicole Mühlpforte
nicole.muehlpforte@sportwiss.uni-hannover.de
0511/762-17290

Projektleitung – Teilprojekt B

Prof. Dr. Alfred Effenberg (Hannover)

Projektmitarbeiter – Teilprojekt B

Dr. Nicole Mühlpforte (Hannover)

Kooperationspartner

Prof. Dr. Bodo Rosenhahn (Hannover)

Projektunterstützung

Bundesministerium für Bildung und Forschung (FKZ: 01GJ1303B)

BMBF

Forschungsbereich

Dyslexie, Multisensorische Integration, Embodied Education

Media Download

Presse

Publikationen

WP-Backgrounds Lite by InoPlugs Web Design and Juwelier Schönmann 1010 Wien